Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit

Hautnah erlebten die Zuhörer im Studium Generale der Business School Alb Schwarzwald der Steinbeis Hochschule in Rottweil ihren Bundestagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der CDU Volker Kauder, der im kleinen Kreise sehr authentisch und verdichtet viele Themen der aktuellen Politik ansprach. Nach einem kleinen Statement, dass sich die Politik damit auseinandersetzen muss, dass es uns in Deutschland zwar nie besser ging als heute, auf jeden Fall viel besser als dem Durchschnitt der Menschen in den USA, trotzdem sorgen sich Menschen enorm und fühlen sich nicht ernst genommen. Deshalb werden bei Wahlen „Denkzettel“ verteilt. Mit Sätzen wie „Wenn Sie nicht dafür sorgen, dass ich vor Gericht Recht bekommen, dann wähle ich halt ein AfD“, müsse er sich in seinen Sprechstunden auseinandersetzen.

Dann nahm er Stellung zu den vielen Fragen, die das überwiegend aus Akademikern und Studierenden bestehenden Publikum hatte. Mit Donald Trump müsse man gut ins Gespräch kommen, denn Demokratie ist Demokratie und mit dem Ausgang von Wahlen müssen das jeweilige Volk und auch die Nachbarn zurechtkommen. Zu spannenden Fragen des Publikums, warum zum Beispiel die CDU keinen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten aufgestellt hat, über die Problematik der Rentenhöhe, die Flüchtlingspolitik und das Bundesteilhabegesetz nahm er ausführlich Stellung.

Sorgen macht Volker Kauder der aus seiner Sicht schrecklichen Zustands Europas, die sehr eingeschränkte Handlungsfähigkeit, denn das nehmen die Völker wahr, das muss unbedingt verändert werden. Ebenso macht er sich Sorgen über die Automobilindustrie, die sich aus seiner Sicht weigert, modern zu werden wenn sie sich noch lange wehrt dann geht sie vom Markt. Als Schwerpunkt in der Zukunft sieht er, außenpolitische Konflikte einzudämmen, Konzepte für eine dramatische alternde Bevölkerung zu entwickeln und den Klimaschutz voranzutreiben. Dringend erforderlich sei es auch, Innovationen und die Weiterentwicklung von Produkten zu fördern. Bildung sie dabei ein zentrales Thema „Wer´s nicht im Boden hat, muss es in der Birne haben“, so seine Zusammenfassung.

In unserer Region ist es vorrangig, für eine ausreichende Breitbandversorgung zu sorgen, denn Unternehmen überlegen sich schon deshalb, in besser versorgte Regionen abzuwandern.

Plötzlich schaute er auf die Uhr und verabschiedete sich sehr schnell, er hätte einen Telefontermin. Mit wem, das ließ er offen und überließ es der Phantasie des Publikums. Vielleicht lesen wir ja das Ergebnis des Gesprächs bald in der Zeitung.

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