Die Business School aus der Perspektive der Lehrenden

Herr Prof. Peter Kramny

Schon von Anfang an war Herr Prof. Peter Kramny Dozent für Organisationslehre und Personalmanagement an der Business School Alb-Schwarzwald. Der ehemalige Leiter des Studiengangs Industrie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Villingen-Schwenningen, seit dem 1. Okt. 2012 im Ruhestand, hat viel Erfahrung. Daher kann er genau schildern, worin sich die Studierenden beider Bildungseinrichtungen voneinander unterscheiden:

„Schon wenn ich an der Business School Alb-Schwarzwald in den Vorlesungsraum komme, sehe ich einen riesigen Unterschied zu dem, was ich sonst gewöhnt bin. An normalen Hochschulen sind die Studierenden vielleicht Anfang 20. Meistens handelt es sich um Schulabgänger mit Abitur oder Fachhochschulreife, die direkt im Anschluss an die Schule mit dem Studium begonnen haben. Anders sieht es an der Business School aus: Hier sind die Studierenden deutlich älter. Es sind gereifte Persönlichkeiten, die oft schon seit vielen Jahren in Fach- oder Führungsverantwortung stehen. Einige Studierende sind Abteilungsleiter oder haben womöglich sogar ihren eigenen Betrieb. Sie bringen vielleicht einen niedrigeren Schulabschluss mit, doch dafür aber haben sie eine Menge Berufs- und Lebenserfahrung. Was aber fast noch wichtiger ist: Sie haben aus handfesten, praktischen Gründen ein brennendes Interesse an den Themen, die in der Vorlesung behandelt werden.

Ein Beispiel verdeutlicht, wie sich das auswirkt. In meinen Vorlesungen zum Personalmanagement erläutere ich stets die gängigsten Führungsmodelle. Die Reaktion darauf könnte unterschiedlicher gar nicht sein. Während sich die Studierenden an normalen Hochschulen fragen: ,ist das logisch und stringent?‘, lautet an der Business School Alb-Schwarzwald die Frage: Funktioniert das auch in der Praxis?‘ – oder noch konkreter: Wie kann ich dieses Modell auf meinen speziellen Mitarbeiter anwenden?‘ Prompt entspinnt sich eine lebhafte Diskussion, die gespeist wird von den Erfahrungen und Erlebnissen der einzelnen Teilnehmer.

Gerade das macht das Unterrichten an der Business School Alb-Schwarzwald so ungeheuer spannend. Die Studierenden bringen ihre eigene Welt in die Vorlesung mit ein. Sie sind bereit, sich auf die einzelnen Denkmodelle einzulassen, stellen diese aber immer auf den Prüfstand der Praxis. Als Dozent gibt man das ja nur äußerst ungern zu – aber tatsächlich werden hier immer wieder Fragen gestellt, auf die auch ich als, alter Hase‘ in meinen Fächern aus dem Stegreif keine Antwort weiß. Die graue Theorie ist eben doch etwas anderes als die praktische Anwendung. Meistens stelle ich die Frage dann an das Plenum und die Diskussion, die sich daraufhin entspinnt, hilft allen Beteiligten ungemein. Auch das kennzeichnet die Business School: Die Teilnehmer lernen nicht nur von ihren Dozenten, sondern auch voneinander. Übrigens lernen hier nicht nur die Studierenden, möchte ich betonen, sondern auch wir Dozenten. Ein Kollege von mir hat einmal augenzwinkernd gesagt: Das ist doch toll! Wir lernen hier selbst noch etwas, und werden sogar noch dafür bezahlt!‘ Dem kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein gegenseitiges Lehren und Lernen, und zum Schluss fühlen sich alle Beteiligten reicher. Im Übrigen bin ich bei jeder neuen Studierendengruppe gespannt darauf, was deren Mitglieder an eigenen Erlebnissen und Erfahrungen mitbringen und vor welche neuen Herausforderungen sie mich stellen werden.“

Herr Prof. Dr. Martin Plag

An einer Hochschule ist zu erwarten, dass die Studierenden von den Professoren und Dozenten profitieren. Der Lehrende hat einen Wissensvorsprung vor dem Studierenden und vermittelt diesem den Stoff seiner jeweiligen Disziplin. Dies ist Aufgabe und Profession des Dozenten und hierfür wird er folglich entlohnt. Ist die Lehre für den Dozenten aber nicht nur ein Beruf, sondern vielmehr eine Berufung – dies ist der Idealfall – wird der Nutzen für den Studierenden umso höher sein. Verfügt eine Hochschule zudem über ein gutes Lernklima, werden sich die Studierenden untereinander intensiv austauschen und auf diesem Wege auch voneinander lernen.
Bringen darüber hinaus die Studierenden selbst einen umfangreichen Erfahrungsschatz mit in das Studium ein und interagieren sie intensiv mit den Dozenten, so sind dies die Voraussetzungen, dass auch die Dozenten von den Studierenden in vielfältiger Hinsicht lernen können.
Dass der erstgenannte Punkt erreicht wird, d. h. dass die Studierenden von den Dozenten profitieren, kann ich von meiner Warte aus natürlich nur hoffen.
Den zweiten Aspekt, dass die Studierenden voneinander lernen, habe ich an der Business School Alb-Schwarzwald wieder und wieder erleben können. Dies ist kein Zufallsergebnis, sondern wird von der Leitung der Business School durch die bewusste Schaffung und Pflege einer kooperativen Kultur begünstigt. Zudem wird der Austausch der Studierenden durch vielfältige Aktivitäten in und außerhalb der Lehrveranstaltungen gezielt angeregt. Darüber hinaus bilden die Studierenden untereinander (und mit den Lehrenden) wertvolle Netzwerke, die weit über den Studienabschluss hinaus tragen und von großem Nutzen für alle Parteien sind.
Den dritten Fall, dass der Dozent von den Studierenden lernt, kann ich aus meiner eigenen Tätigkeit an der Business School Alb-Schwarzwald mit großer Dankbarkeit für mich geltend machen. Die Studierenden verfügen bereits als Studienanfänger über hochwertige Berufsabschlüsse und bringen große Praxiserfahrung in das berufsbegleitende Studium ein. Hierdurch lerne ich in jeder Veranstaltung Neues über die Geschäftsmodelle bzw. die Praktiken der Studierenden und ihrer Unternehmen. Diskussionen werden in den Vorlesungen auf einem deutlich höheren Niveau als mit unerfahrenen Bachelorstudierende geführt, was für mich stets mit einem großen Erkenntnisgewinn verbunden ist. Was an anderen Hochschulen ausschließlich Aufgabe des Dozenten ist, nämlich die Darstellung der betrieblichen Praxis, wird hier in weiten Teilen von den Studierenden übernommen. Hiervon profitieren alle Beteiligten.


In diesem Sinne stellt die Business School eine „universitas magistrorum et scholarium“, d. h. eine Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden dar. Ich wünsche der Business School Alb-Schwarzwald, dass dieser Geist der Verbindung, der den Universitäten vor langer Zeit ihren Namen gegeben hat, dauerhaft erhalten bleibt.